Nahtod und positive Erfahrungen: Welche Beweise gibt es? Neurologe Dr. Ewin Brucker im Talk

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Bettina Geitner
Bettina Geitner

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00:00 Bettina Geitner Moderatorin Bewusstsein
00:10 Was passiert nach dem Tod?
02:00 Nahtoderfahrung
05:00 Todesarten
07:00 Seele nach dem Tod
08:00 Denken nach dem Tod
09:00 Bewusstsein Seele
10:30 Sehen
11:00 Bewusstsein Körper Seele
12:00 Silberschnur
16:00 Seelische Aufgaben
19:00 Nahtoderlebnis Beweis
22:00 Außerkörperliche Erfahrung nach dem Tod
24:00 Lebensrückschaue
27:00 Rückkehr nach Nahtod
33:00 Vorbereitung auf den Tod im Leben
35:00 Angst vor dem Tod


Der Begriff „Nahtoderlebnis“ wurde im 19. Jahrhundert geprägt, als der Schweizer Geologe Albert Heim eine Eigenerfahrung und Zeugenaussagen seiner Klettergefährten über Erlebnisse nach Abstürzen protokollierte und publizierte.[6]

Nahtoderfahrungen erhielten also ihren Namen daher, dass das Zusammentreffen mit lebensbedrohenden Situationen besonders auffiel. Später zeigte sich jedoch, dass derartige Erlebnisse auch von Umständen, die nicht lebensbedrohend sind, ausgelöst werden können, wie zum Beispiel Epilepsie oder Meditation. Beim Vergleich von Nahtoderfahrungen in lebensbedrohenden Situationen mit solchen in nicht lebensbedrohenden Situationen wurden bezüglich Intensität und Inhalten der Erlebnisse keine Unterschiede festgestellt.[7]

Von den Überlebenden eines Herzstillstands berichteten circa 20 Prozent über typische Nahtoderfahrungen.[8] Nach einer repräsentativen Befragung von über zweitausend Personen in Deutschland durch den Berliner Soziologen Hubert Knoblauch in den Jahren von 1997 bis 1998 hatten etwa 4 Prozent eine Nahtoderfahrung gehabt.[9]

Es gibt keine einheitliche und umfassende Klassifizierung der Umstände und Elemente von Nahtoderfahrungen. Erschwerend für die Klassifizierung ist die Nähe einiger Nahtoderfahrungen zu Träumen, Oneiroid-Syndromen, Halluzinationen, Illusionen, Wahnvorstellungen, autosuggestiven Elementen und dem Erleben während einer diagnostizierten Depersonalisation. Eine verbreitete Deutung ist die oft religiös motivierte „Überlebenshypothese“, die Nahtoderfahrungen als Beleg für das Weiterleben einer Seele nach dem Tod sieht.[25] Solche Erklärungen betrachten Nahtoderfahrungen als einen Ausdruck der Unabhängigkeit des Bewusstseins von Gehirn und Körper. In Weltanschauungen außerhalb religiöser Tradition werden auch Deutungen angeboten, wonach das Gehirn sozusagen eine Art Empfangsgerät für ein unkörperlich existierendes Bewusstsein sei.[26] Die These von einer Fortexistenz des Bewusstseins nach dem Tod wurde auch von einer Reihe von Medizinern vertreten, darunter Pionieren der Nahtodforschung wie Raymond A. Moody und Elisabeth Kübler-Ross, ferner Maurice S. Rawlings, Pim van Lommel, Sam Parnia, Walter van Laack und in ähnlicher Weise auch Bruce Greyson.[27]