Gerald Hüther - brauchen Kinder Märchen? Ein Gespräch mit Silke Fischer

Gerald Huether
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95 Videoaufrufe·30.10.2023
Online-Vortragsreihe STREIT UND VERSÖHNUNG – GESCHICHTEN VOM MITEINANDER begleitend zum Leitgedanken der 34. Berliner Märchentage:
Existiert aktuell eine Streitkultur? Gibt es den lustvollen Streit, der Spaß macht? Ist es möglich, leidenschaftlich zu streiten und dennoch respektvoll miteinander umzugehen? Kann man eine „falsche“ Meinung haben, oder hat man einfach nur eine „andere“? Definiert sich Demokratie durch die Freiheit, einen Streitgegenstand aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachten zu dürfen, um Konsens zu erlangen? Wenn sich zwei streiten, freut sich der dritte? Wie gelingen friedvolle Auseinandersetzungen?
Ersterscheinung:
https://youtu.be/6tYrCszqTMM?si=BFLu5k6UpS1yDsTP
ich freue mich heute als
Gesprächspartner Professor gerald Hüther
begrüßen zu dürfen er ist Neurobiologe
und er ist Gründer der Akademie für
Potenzialentfaltung und er ist für uns
im Märchenland eine Art Held weil er hat
gesagt dass Märchen Doping für Kinder
Hirne sind und da es ja immer
Diskussionen darüber gibt sind Märchen
grausam brauchen wir sie brauchen wir
sie nicht sind wir sehr glücklich dass
wir jemand haben der sich ja in Gehirn
auskennt und da feststellen konnte was
Märchen alles tun was bewirken die denn
bei den Kindern na ich bin ja
Neurobiologe also Hirnforscher und habe
mich wirklich jahrelang mit der Frage
befasst wie die Hirnentwicklung so
abläuft und was es braucht damit die in
jedem Kind und in jedem kindlichen
Gehirn angelegten
Potenziale sich auch tatsächlich
entfalten können in in Hirn Forscher
Deutsch heißt das es geht um
Konnektivität also es geht um die Frage
was für Bedingungen brauchen Kinder
damit dann eine möglichst hohe
Vernetzung im Hirn entsteht je besser
das Hirn vernetzt ist desto desto
vielfältiger sind die Möglichkeiten die
einem dann offen stehen also mit anderen
Worten wenn man dann nur so drei dicke
Autobahn oben hat dann findet man sich
im Leben auch nur noch auf Autobahn Z
zurecht also deshalb ist die Frage so
spannend was brauchen denn die Kinder
eigentlich damit sie diese diesen
entfaltungsprozess in ihrem Hirn auch
gut
hinbekommen und
Märchen das ist ja häufig so dass Dinge
oder auch bestimmte Verhaltensweisen von
Menschen schon ganz ganz lange ausgeübt
werden und das hat dann immer einen
tieferen Grund also
das die Menschen haben das intuitiv
fastst dass das etwas Wichtiges ist und
natürlich g gibt das Erzählen von
Märchen so das Gefühl von Zusammenhalt
von kultureller Identität und und das
führt dazu das Kinder sich dann auch
beheimatet fühlen ja wir werden ja immer
auch so ein bisschen kritisch betrachtet
weil man sagt Märchen sind
gewaltverherrlichend
frauenfeindlich
revanchistisch und
niemand sieht ja dass es immer
Geschichten sind wie von der glücklichen
Überwindung von wier änden erzählen und
die Kinder mögen das die Kinder brauchen
das braucht das der Mensch Widerstände
die zu überwinden sind also was wir alle
brauchen ist eine Welt in der wir in der
Lage sind diese Konflikte und Probleme
die da auftauchen so zu bewältigen dass
wir nicht in der Angst erstarren also
wenn wir mit Dingen konfrontiert sind
die wir nicht lösen können kommt es ja
zu einer sogenannten Angst und
Stressreaktion die breitet sich sich
dann von oben nach unten im Hirn
aus führt dann ja auch zu körperlichen
Erscheinungen die wir dann alle spüren
also weiche Knie und die Haare stehen
einem zu Berg Schweißausbruch und
Herzrasen das kennt ja jeder und das ist
das ist natürlich gefährlich und deshalb
muss man versuchen diese Angst auf
irgendeine Art und Weise zu überwinden
und die beste Art das zu überwinden
heißt Wiedergewinnung des
verlorengegangenen Vertrauens und
natürlich haben auch Kinder schon
Vertrauen jeder Mensch weiß dass er ja
bestimmte Dinge in seinem Leben gelernt
hat und dass er auch mit einer
kritischen Situation auch mal umgehen
kann und das Problem lösen kann deshalb
versuchen wir dann immer den Menschen
dabei zu helfen dass die sich daran
erinnern dass sie ja nur nicht blöd sind
sondern dass sie auch schon manches
hingekriegt haben das ist die erste
Ressource das ist wie so ein
dreibeiniger Hocker kann man sich das
vorstellen und der das erste Bein ist
das Vertrauen in die eigenen Kompetenzen
das zweite ist das braucht man dann wenn
die eigenen Kompetenzen nicht mehr
reichen weil es doch zu kompliziert wird
gerade Kinder brauchen dann manchmal
eine Unterstützung und da braucht man
das Vertrauen dass man wenn man alleine
nicht weiterkommt man jemanden findet
der einem hilft so das ist dann wichtig
dass man dieses zweite Bein auch noch
gut entwickelt hat
und wenn wir jetzt uns die Märchen
anschauen dann haben die sehr viel mit
dem dritten Bein zu tun und das scheint
das allerwichtigste zu sein weil man
kann natürlich Situationen erleben wo
man mit den eigenen kompeten nicht
weiterkommt und es gibt auch viele
Situationen im Leben auch eines Kindes
wo es niemanden findet der ihm in dieser
Not
beisteht und in diesem dritten Falle ist
es wichtig dass das dritte Bein am
Hocker bei dem Kind im Hirn hinreichend
gut ausgebildet ist und das ist da haben
wir gar keinen guten Begriff dafür ich
nenne das immer das ist das Vertrauen
dass es wieder gut wird genau so jetzt
heißt die Frage wo lnen Kinder dieses
Vertrauen wo lernen Kinder dieses
Vertrauen in den Märchen ist es ja so
wenn ein Held weint dann kommt immer
jemand das ist ja eigentlich schon len
Sie dass es Unterstützung gibt wenn man
Hilfe braucht das viele Märchen haben
das aber das Wichtigste an den Märchen
ist dass die eine ich nen das immer so
eine Grundmelodie haben eine
existenzielle Grundmelodie und die heißt
es geht ganz harmlos los und dann kommt
irgendwas und es wird auf einmal immer
komischer und immer schwieriger und und
dann merkt man jetzt sind die Probleme
so dass keiner noch Hoffnung hat dass es
jemals wieder gut wird und dann passiert
das Wunder und es wird wieder gut so das
heißt die das Kind lernt dass es im
Leben Probleme gibt aber dass es auch
wieder gut wird und das ist das was das
Kind mitnimmt das gibt ihm dieses
Vertrauen dass es im Leben durchaus
Situationen geben kann wo man erstmal
nicht mehr weiter weiß wo auch keiner da
ist der einem hilft und wo man dann
trotzdem auf dieses Vertrauen
zurückgreifen kann es wird bestimmt
wieder gut ja und die Mächen Helden und
Heldin machen ja auch mit also das
interessante an den Mächen ist du hast
ein Schloss mit 100 Zimmern in 99 darfst
du rein aber in das hundertste nicht ja
in welches wollen denn die Helden
natürlich in das 100 ist auch sehr
kindlich dann bricht das unhil herein
aber du hast immer die Chance es selber
wieder gut zu machen ja und das ist ja
auch ein aktiver Beitrag nimm dein Leben
in die Hand das ist diese erste
Kompetenz also da ist immer irgendein
held in so einem Märchen der irgendwasf
hat mm und das merken sich Kinder dass
man ein bisschen was können muss damit
man nicht gleich von jedem bind davon
gewäht wird und vermitteln sie sowas
dass man ein Potenzial hat jeder hat ein
Potenzial was entwickelt werden muss in
ihrer Akademie
im Grunde genommen geht es eigentlich um
so etwas es geht also die die große
Erkenntnis der Neurobiologie heißt unser
Hirn ist das ganze Leben lang plastisch
Formbau immer wieder bis ins hohe Alter
können dann neue Vernetzungen aufgebaut
werden werden und das heißt ja mit
anderen Worten dass wir eigentlich alle
nicht wissen wie das Leben geht also ja
die Tiere also so ein kleines Fohlen was
morgens auf die Welt kommt auf der Weide
bei seiner Mutter nach einer viertel
oder halben Stunde steht das auf seinen
eigenen Bein und nachmittags rennt das
so umher dem Fohlen braucht ja niemand
zu zeigen wie das geht Pferd zu werden
und das ist das ist drin das so aber bei
Menschen ist das nicht so aber ich
dachte die Menschen den Tieren überlegen
aber eigentlich
nicht Menschen sind deshalb den Tieren
überlegen weil die Pferde wenn es mal
schwierig wird und die Pferdewelt sich
so sehr verändert dass es mit den alten
Verhaltensweisen nicht mehr geht dann
sterben sie aus ah so deshalb ist am
Ende sozusagen der Mensch auch so
erfolgreich gewesen weil er sich an ganz
unterschiedliche Dinge anpassen konnte
und das konnte er nur deshalb weil er
ein zeitlebenslernfähiges Gehirn hatte
und nicht so sehr auf seine genetischen
Programme angewiesen war und auf die
Triebe und Instinkte die da im Hirn in
Form von bestimmten Vernetzungen
festgelegt worden sind aber da ist somit
der Mensch auch ein ein
Gemeinschaftswesen ja ist zunächst
erstmal einer der nicht weiß wie es geht
und der deshalb suchend unterwegs ist
kann man jedem Kind anschauen das ist
den ganzen Tag dabei auszuprobieren wie
irgendwas geht und das ist dieses
spielerische Ausprobieren die wichtigste
Lernform die es überhaupt gibt und dann
schaut es sich die Erwachsenen an guckt
was die machen und wenn das einige Wasen
erfolgreich aussieht was die da tun dann
übernehmen Sie dieses Verhalten und dann
sind sie sehr darauf angewiesen wie die
Erwachsenen mit ihnen reden und was für
Geschichten die denen erzählen wenn sie
denen dauernd dem Kind immer zuur vom
Einkaufen erzählen und was Sie für ein
großes Auto haben wollen dann kann es
passieren dass ein Kind glaubt dass es
darauf im Leben ankommt und Märchen
fallen auf so etwas nicht rein da kann
man durchaus mal erleben dass da einer
in so einem Märchen wie der Fischer und
seine Frau die Frau wollte immer mehr
und immer mehr und immer mehr und und
dann kann das Kind sozusagen an dem
Märchen sehen dass das keine gute
Strategie ist am Ende geht alles kaputt
und der Fischer ist froh dass er endlich
die Frau los ist oder das Ruhe im Karton
ist sozusagen ja aber die Kinder sind ja
neugierig aber sie sind ja auch ein
Kritiker des Schulsystems heutzutage
viel kein Kritiker sondern ein ich bin
jemand der versucht diesen gegenwärtigen
Bedingungen die in der Schule
herrschen die etwas günstiger zu
gestalten und die Lehrer dabei zu
unterstützen dass ihnen das gelingt das
habe ich ja auch intensiv gemacht ich
war ja sogar eine Zeit lang einer der
sechs kernexperten für die Zukunft des
Lernens bei der damaligen
Bundeskanzlerin V und
das war schon sehr interessant was ich
da
in dieser ganzen Zeit gelernt habe über
die Möglichkeiten dass unser Schulsystem
sich verändert und die wichtigste
Botschaft heißt unser Schulsystem ist
eine Widerspiegelung dessen was wir als
Erwachsene in dieser Gesellschaft zu tun
womit wir uns beschäftigen und deshalb
ist es so schwer da was zu ändern
solange sich nicht unsere Art des
Zusammenlebens ändert ja also solange es
so viele Menschen gibt die glauben sie
könnten ihre Ängste dadurch besiegen
dass sie andere Menschen niedermachen
sich über andere emporheben und besser
sein wollen als andere dann ist das eine
sehr schwache
Bewältigungsstrategie weil da erwerben
Sie sicherlich einige Kompetenzen aber
schon wenn es an die Frage geht dass sie
dann vielleicht älter werden und nicht
mehr so viel Möglichkeiten haben diese
Kompetenzen einzusetzen bräuchten sie
eigentlich jemand der Ihnen hilft dann
haben sie niemanden und wenn sie dann an
die Frage kommen was ist denn eigentlich
das worauf es im Leben ankommt und es
ist niemand mehr da und sie haben ser
selbst nichts mehr dann bräuchten sie
diesen Glauben dass es wieder gut wird
wie auch immer das heißt es ist in den
Religionen ist das in den Himmel verlegt
worden und das ja auch nicht ohne Grund
weil es eben doch irgendeine Vorstellung
geben muss für uns Menschen dass wir uns
nicht so verloren in der Welt fühlen und
dass das ganze was wir da erleben doch
auf irgendeine Art und Weise Sinn macht
die vielleicht das noch dazu die die
Wissenschaft sagt also die
Naturwissenschaft die sagt das ist alles
das ganze Universum alles was hier
geschieht alles sinnlos chaotisch und
oder irgendwie geregelt aber da gibt's
keinen Sinn dahinter weil sonst müsste
man ja einen göttlichen Geist oben ja
postulieren und das mag auch stimmen
dass das alles keinen Sinn macht aber
aber genauso richtig und objektiv
nachweisbar ist es dass Menschen nicht
leben können ohne ihrem eigenen Dasein
einen Sinn zu verleihen so und jetzt
wird es interessant ja aber die
Sinnsuche das ist interessant wenn man
sich die Weltlage heutzutage anguckt und
da sind wir ja beim Thema
Konfliktmanagement Friedens stiften ich
habe manchmal den Eindruck dass alles
wirklich keinen Sinn hat oder die Leute
weiß ich nicht nur
ihren
ihren gierigen Interessen folgen und
ansonsten der Sinn des Lebens völlig
vergessen
wird das ist jetzt eine richtig sehr
fundamentale Frage
weil wir uns ja vorstellen müssen in
welcher Welt wir leben es ist eine Welt
die auf Wachstum der Wirtschaft basiert
und wo es möglichst viele Menschen geben
muss die hinreichend viel
konsumieren und wenn man nun seine
Produkte alle loswerden will die man da
so konsumiert und wer das wer da noch
Fragen hat braucht ja nur einmal durch
die Einkaufsstraße zu gehen wenn man
diese ganzen Produkte also an Leute
verkaufen will dann muss muss man
Menschen vor sich haben die nicht wissen
wozu sie da sind die müssen diese Frage
nach dem Sinn gar nicht stellen für die
erschöpft sich der Sinn ihres Daseins im
Konsum imauf und und in
Freizeitbeschäftigungen und im verreisen
und das wird ja dann auch proklamiert
als etwas was sehr angenehm ist und was
erstrebenswert ist und das ist alles
richtig und viele Menschen folgen ja
auch dann diesen
Vorschlägen das Problem ist nur das man
dass man auf diese Weise diese Frage
nach dem Sinn nicht beantworten kann und
dann wird das Leben sozusagen immer
leerer und wenn solche Menschen mal
irgendwann in eine schwierige Situation
kommen und wir haben im Augenblick eine
schwierige Situation schige Situation
eigentlich schon etwas länger weil die
WHO schon vor ein paar Jahren gewarnt
hat davor dass sie mit großen Bedenken
feststellt dass in den hochentwickelten
Industrieländern die Häufigkeit von
depressiven oder psychischen Störungen
immer weiter zunimmt und das sind alles
angstbedingte
Störungsbilder das heißt dann haben die
Leute Angststörungen Essstörungen
zuchtverhalten und das da steckt überall
unten drunter eine Angst nämlich die die
Problematik dass Menschen nicht wissen
wie sie ihr Leben dann eigentlich wieder
in den Griff bekommen sollen weil es ja
immer irgendwelche Probleme gibt dann
wenn man nicht gelernt hat diese
Probleme zu lösen sondern stattdessen
dieber einkaufen geht oder eine
Kreuzfahrt macht dann wird uns auch in
solchen schwierigen Situationen nicht
zustande bringen dann eine Lösung zu
finden
und man hat dann häufig nicht genügend
eigene Kompetenzen man hat dann auch
kein Netzwerk an sozialen Beziehungen
auf dass man zurückgreifen kann man ist
isoliert und was dann eben am
allerschlimmsten ist weil es ja immer
wieder Situationen gibt wo es wirklich
alleine nicht weitergeht und auch einem
anderen nicht mehr helfen können
man kann dann auch nicht dieses
Vertrauen in
die Tatsache wieder wachrufen dass es
wieder gut wird das muss ja irgendwoher
kommen die die es gibt viele Menschen
die haben wenn man die fragt hast du das
Vertrauen dass es wieder gut wird die
können da keine Antwort drauf geben das
ist die Frage eigentlich nach dem Sinn
weil wenn ich meinem Leben einen eigenen
Sinn verleihen kann dann weiß ich auch
dass ich da so eine Art inneren Kompass
habe an dem entlang ich mein Leben
gestalte und das wird dann alles
sinnhaft und ich habe dann auch das
Vertrauen dass ich diesen Kompass für
mich selbst immer wieder einstellen kann
und das geht in unserem gegenwärtigen
Gesellschafts und
Wirtschaftssystem nicht und wie würden
Sie wenn Sie jetzt mal könnten wie sie
wollten wie würden Sie die Gesellschaft
umgestalten wollen oder was wäre
denn Ihre Anregung oder ihr Hinweis
braucht niemand anders zu machen weil
das von ganz alleine passiert brauchen
die Welt nicht zu verändern das
verändert sich von ganz allein und und
zwar in eine Richtung die unaufhaltsam
ist aber die so problematisch ist für
das was wir im Augenblick leben dass
viele Menschen sich nicht so ohne
weiteres damit anfreunden können dieses
Leben anders zu gestalten und es würde
ja auch unser gesamtes Wirtschaftssystem
in Frage stellen aber trotzdem sieht man
jetzt schon die Ansätze wie es anders
gehen könnte und die heißen ich versuche
mich vor allen Dingen um das zu kümmern
was ich auch selbst beeinflussen kann mm
und tuun nicht so als könnte ich
Konflikte irgendwo auf der Welt lösen wo
ich überhaupt nichts machen kann also
die Hybris sozusagen das ist die Hybris
des des machtbarkeitswahns ja und und
auch die Vorstellung man könne jetzt
hier also überall auf der Welt mit
seinen Vorstellungen den die anderen
dazu bringen es so zu machen wie uns das
vorschwbt hier im Westen das müssen wir
in einem sehr schwierigen umlernprozess
jetzt erst wieder im eigenem Hirn
unterbringen und interessant ist eben
dass es immer mehr auch junge Leute
Menschen junge Menschen gibt die
versuchen andere Lebensformen zu
erproben also Gemeinschaften die die
halten sich nicht mehr an das was in
unserer Generation in den Generationen
vorher noch immer üblich war also dass
man das man ein Beruf ergreift und dann
das ganze Leben lang in diesem Beruf
bleibt dass man sich einfach damit wir
haben uns damit damals ja alle damit
abgefunden dass es so eine Hierarchie
gibt und dass da irgendjemand was zu
sagen hat und wir hatten das zu machen
das machen die auch nicht mehr die
versuchen ihr Leben selbst zu gestalten
und das machen sie in
unterschiedlichsten Lebensformen auch
unterschiedlichsten Partnerschaften und
überall dort wo Menschen wieder anfangen
ihr eigenes Leben in die eigenen Hände
zu nehmen und sich gegenseitig zu
unterstützen und ihrem ihrem
Gemeinwesen in ihrem Gemeinwesen nach
etwas zu suchen was Sinn macht also ein
gemeinsames Anliegen wofür sie da sein
wollen überall dort hören diese äh
Partikularinteressen auf so eine große
Rolle zu spielen dann findet man das was
man gemeinsam will
äh wichtiger als das was einem da selbst
so gerade mal in den Kopf kommt und dann
funktionieren solche Gemeinschaften und
das ist alles schon längst im Gange
und halten Sie darüber Vorträge in ihrre
Akademie oder wie kann ich mir die
Akademie vorstellen nein die Akademie
ist die heiß ja Akademie für
Potenzialentfaltung und da muss man
immer in Klammern noch denken in
Gemeinschaften das das ist ja eine
absurde Vorstellung dass wir glauben wir
könnten als Menschen irgendein Potenzial
wir haben ganz viele Potenziale aber wir
können kein einziges davon zur
Entfaltung bringen ohne andere brauchen
immer andere Menschen und das heißt es
ist idend für die Frage ob wir in der
Lage sind unsere in uns angelegten
Talente und Begabung auch entfalten zu
können ist es entscheidend in was für
einer Gemeinschaft wir mit anderen
zusammen sind schon als Kind in der
Schule im Kindergarten später in in den
Unternehmen oder wo immer man arbeitet
und da gibt es Gemeinschaften von
Menschen das sind im Augenblick noch die
Ausnahmen aber ich gehe davon aus dass
ich das immer mehr
durchsetzt wo diese Menschen einander
helfen
aus
dem also bei der Lösung dieser Probleme
die es da gibt die es gibt auch
Gemeinschaften die haben ein gemeinsames
Anliegen die kümmern sich gemeinsam um
irgendwas und und und solche
Gemeinschaften brauchen dann keinen
äußeren Druck und auch keine äußeren
Regeln und keine Vorschriften damit die
ihr Zusammenleben organisieren so etwas
braucht also man könnte sagen eine
Führungskraft oder eine Ideologie
brauchen nur Menschen die nicht in der
Lage sind Zusammenleben so zu regeln
dass es dass es fruchtbar wird und die
Akademie sagt wir helfen Gemeinschaften
Sportvereinen Unternehmen also auch
Teams in Unternehmen oder
auch Lehrern in der Schule oder was auch
immer wir helfen Menschen in
Gemeinschaften ihr ihr Zusammenleben so
zu gestalten dass es für alle gut ist
dass sich dass die Menschen statt sich
gegenseitig fertig zu machen und sich
gegenseitig zu verwickeln dass die sich
aus ihren Verwicklungen befreien können
und dann ist Entfaltung das normale also
alles das ist ja auch so eine sonderbare
Vorstellung alles was was lebendig ist
will sich entfalten das sieht ja jeder
der sich einmal hier umschaut und und es
würde sich auch alles entfalten und auch
jeder Mensch auch jedes Kind würde die
in ihm angelegten Talente und Begabung
zu Entfaltung bringen wenn es nicht
blockiert würde wenn es nicht gehemmt
würde unterdrückt würde oder wenn das
Kind oder der betreffende Erwachsene
nicht gezwungen wäre seine ihm
angeborene Entdeckerfreude und und
gestaltungslust und auch seine ihm
angeborenes Bedürfnis nach Verbundenheit
selbst zu unterdrücken das ist doch die
die entscheidende der entscheidende das
entscheidende Defizit in unseren
heutigen Gesellschaft besteht darin dass
wir uns gegenseitig nicht dass wir
einander nicht als Subjekte begegnen wie
wie WTE das jetzt hier machen und uns
austauschen und uns gegenseitig fragen
wie es gehen kann
sondern dass es immer wieder dazu kommt
dass einzelne Mitglieder dieser
Gemeinschaft andere Mitglieder der
Gemeinschaft zu Objekten ihrer
Belehrungen ihrer Erwartungen ihrer
Ziele und Absichten und ihrer
Bewertungen und am Ende auch Nour ihrer
Maßnahmen machen und unter solchen
Bedingung wo ich als von anderen
Menschen wie ein Objekt behandelt werde
ist Schluss mit der Entfaltung das ist
so als ob sie auf so ein Gänseblümchen
was gerade aus der Wiese raus will
drauflatschen das wird auch nur noch
kümmerversion dessen was draus hätte
werden K und die fehlende Empathie auch
ist das nicht auch ein Thema dass man
immer weiter schneller mehr bräuchte
mehr Achtsamkeit man bräuchte mehr
Empathie man bräuchte mehr Bewusstsein
in dem Augenblick wo sich so ein kleines
Team wie wir es jetzt hier sind einig
werden was die gemeinsam wollen und wenn
die also ein gemeinsames Anliegen hätten
z.B den besten Film den es jemals
gegeben hat für diesen Kongress zu
produzieren da gibt es ja kein
ja gibt's denn dann überhaupt noch
Hoffnung für die Menschheit alle sind ja
irgendwie sie haben wir vom Sinn
gesprochen ich habe das Gefühl so viel
Unsinn gerade dabei also sinnloses wie
können die Menschen wieder miteinander
sein zueinander finden dass diese Kriege
aufhören dass diese Streitereien
aufhören dass das im kleinen jede
Meinung eigentlich Religionen sind die
aufeinander treffen wie
wie kommen wir wieder zusammen wir
müssten uns von Vorstellungen
verabschieden die im vorigen Jahrhundert
oder vor vielen Jahrhunderten entstanden
sind und die von einer Generation zur
nächsten immer zu weitergegeben ich kann
auch noch mit 85 tiefgreifende Erfahrung
machen die mich innerlich so sehr
berührt dass ich mein Leben
ändere dass ich aufhöre das zu machen
was ich bisher gemacht habe weil ich
erkenne das war ein irweg ich habe mich
verwickelt und deshalb ist das alles
sehr sehr hoffnungsfroh was da im
Augenblick geschieht und ich bin auch
sehr zuversichtlich dass immer mehr
Menschen wieder zu sich selbst
zurückfinden das ist aber das geht nicht
solange wir uns ständig mit unseren
eigenartigen Vorstellungen die sich
jeder von uns im Laufe des Lebens ins
Hirn gebaut hat äh übertrumpfen wollen
wenn einer meint er wüsste es besser als
der andere und eine der beliebtesten
Vorstellungen die wir an die wir glaube
ich alle so irgendwie glauben obwohl man
gar nicht weiß wer uns das
eingetrichtert hat ist die Vorstellung
ich könne einen anderen Menschen
verändern das ist wer kommt denn auf so
einen Blödsinn und jetzt kann die da bin
ich auch immer wieder froh Hirnforschung
ja schön und die kann jetzt sagen geht
nicht der Einzige der sich verändern
kann bist du selbst du kannst keinen
anderen Menschen verändern du kannst du
kannst ihn abrichten und und und
dressieren mit Hilfe von Belohnung oder
Bestrafung dass er sich eine Zeit lang
so ält wie du das
willst und und wenn du dann aber weg
bist oder die Belohnung nicht mehr
reicht oder die Strafe auch nicht mehr
ausreicht dann macht er wieder wie
vorher weiter das heißt verändern kann
der sich nur selbst und dieses ganze
Verhalten was andere Menschen zeigen ist
das Ergebnis nicht von Abrichtung und
trestur sondern von Erfahrungen die die
im Laufe ihres Lebens gemacht haben und
die sind im Hirn verankert und aus
diesen Erfahrungen die man da so gemacht
hat mit in unterschiedlichsten
Lebenssituationen werden dann inner
Einstellungen und Haltungen und deshalb
heißt das Verhalten weil es eine
Widerspiegelung des der Haltung ist mit
der ich im Leben unterwegs bin und wenn
ich eine friedfertige Haltung habe also
wenn meine innere Überzeugung heißt ich
möchte mich nicht daund mit anderen
Leuten herumstreiten dann mache ich das
auch nicht sondern dann suche ich nach
dem was mich mit dem anderen verbindet
es wird viel einfacher aber eben auch
viel fundamentaler ich kann sie nur
mögen und kann auch nur auf die Idee
kommen in ihnen etwas zu suchen was ich
mag wenn ich mich selber mag ja ah da
sind wir oh und das wäre schon wieder da
kommen wir jetzt in einen Bereich wo man
die Frage stellt was hilft
beispielsweise einem Kind dass es sich
selber mag und da komme ich wieder zu
den Märchen zurück ne wie viele Kinder
mögen sich selbst weil sie jetzt der
tapfere Held sind ja genau oder die
Prinzessin dann laufen die so rum und
dann haben die ein inneres Bild es gab
früher mal bei den indigenen Völkern
diesen Brauch dass man jedem Kind einen
Totem gegeben hat ja also das war
meistens ein Tier und dann hieß da eben
der kleine Bär und wenn einer so ein
Junge kleiner Bär heißt und die haben
den nicht gleich bei der Geburt soenan
die mussten erstmal ein bisschen gucken
ob der sich auch als Bär so gebärdet und
dann bekommt er diesen diesen Namen und
dann dann identifiziert er sich mit
diesen Bären und übernimmt die ganze
Kraft von diesen Bären der mag sich dann
auch selbst so und solche Leute wir
können dann später auch andere Leute
besser leiden ja wunderbar lieber großer
Bär ich danke Ihnen recht herzlich für
das Gespräch vielen herzlichen Dank an
diesen mächenhaften Ort danke schön
vielen Dank und alles Gute für alle die
uns hier zugeschaut haben danke
[Musik]
schön
