Dvořák - Sinfonie Nr. 9 | Pietari Inkinen | DRP

Dvořák - Sinfonie Nr. 9 | Pietari Inkinen | DRP

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134 Video Views·Mar 25, 2026  #Dvořák #Sinfonie #DRP

Dvořák - Sinfonie Nr. 9 | Pietari Inkinen | DRP
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1,643 views Mar 24, 2026 CONGRESSHALLE SAARBRÜCKEN #Dvořák #Sinfonie #DRP
Dvořáks Sinfonie Nr. 9 „Aus der Neuen Welt“, gespielt der Deutschen Radio Philharmonie unter der Leitung von Pietari Inkinen. Live aufgenommen am 15. Dezember 2024 in der Congresshalle Saarbrücken.

Antonín Dvořák - Sinfonie Nr. 9 e-Moll op. 95 „Aus der Neuen Welt“

00:00:27 I. Adagio ‒ Allegro molto
00:09:58 II. Largo
00:22:14 III. Scherzo. Molto vivace
00:30:09 IV. Allegro con fuoco

Nach der Uraufführung von Sinfonie Nr. 9 „Aus der Neuen Welt“ von Antonín Dvořák im Dezember 1893 in Carnegie Hall wurde das Werk begeistert aufgenommen und machte den Komponisten in den USA äußerst populär. Seine Berufung durch Jeanette Thurber zum Direktor des National Conservatory führte ihn nach Amerika, wo er eine eigenständige amerikanische Musikkultur fördern sollte.
Dvořák empfahl, sich an afroamerikanischen Spirituals und indigener Musik zu orientieren, weshalb viele glaubten, seine Sinfonie setze diese Idee direkt um. Tatsächlich sind konkrete amerikanische Elemente musikalisch kaum eindeutig nachweisbar, da viele Merkmale ebenso in der böhmischen Folklore vorkommen. Dvořák selbst betonte, dass das Werk eher von seinen Eindrücken aus der „Neuen Welt“ inspiriert sei als von konkreten Zitaten. Dennoch beeinflussten ihn die Eindrücke Amerikas – Fortschritt, Natur und Aufbruchsstimmung – deutlich in seiner Komposition.

Der erste Satz beginnt mit einer knappen langsamen Einleitung (Adagio): In die lyrische Verhaltenheit der ersten Takte platzt ein unvermittelter Orchesterausbruch, in dessen Folge sich in den tiefen Streichern erstmals das Hauptthema des Satzes – zugleich das Motto der Sinfonie – mit seiner charakteristischen Synkopierung ankündigt. Im anschließenden Allegro wird es über effektvollen Streichertremoli in seiner vollen Gestalt von den Hörnern vorgestellt. Ein zweites, melodisch kreisendes Thema mit dem Charme einer alten Spielmannsweise wird von Flöten und Oboen präsentiert, bevor die Soloflöte mit einem heiteren dritten, wiederum synkopierten Thema die Exposition abschließt. In der Durchführung lässt Dvořák diese leicht erkennbaren Themen in neuen Farben und Stimmungen noch einmal an uns vorüberziehen, ohne jedoch allzu lange zu verweilen und sich mit traditionellen „Verarbeitungen“ aufzuhalten.
Bläserakkorde in geheimnisvoll oszillierender Harmonik leiten den langsamen Satz (Largo) ein: Er wird bestimmt vom wundervollen Gesang des Englischhorns, in dem sich sanfte Melancholie und stille Serenität vereinen. Mit großem Atem durchschwebt er ruhig die nächtliche Weite der Natur – sei es nun die amerikanische Steppe oder „Böhmens Hain und Flur“. Im bewegteren Mittelteil münden ein sehnsüchtig drängendes und ein verhalten schreitendes Motiv in eine fröhlich belebte Bläserepisode, die plötzlich vom Motto der Sinfonie im schweren Blech – gekoppelt mit einer ebenso majestätischen Steigerung des Englischhorn-Themas – mahnend unterbrochen wird. In seiner ursprünglichen Gestalt erlebt dieses Thema nur noch eine kurze Reminiszenz, bevor es in der Ferne verklingt.
Auch im diesseitigen, kraftvoll federnden dritten Satz (Molto vivace) mit seinem behaglichen Trio (Poco sostenuto) meldet sich das Motto der Sinfonie: Während das Scherzo-Thema – plötzlich fahl und schattenhaft – durch die Stimmen irrlichtert, kündigt es sich in den Violoncelli an, um wenig später von den Hörnern sonor bestätigt zu werden und auch in der Coda das letzte Wort zu behalten.
Dass Dvořák aus dem prachtvollen, heroisch vorwärtsstürmendem Hauptthema des letzten Satzes (Allegro con fuoco) ein effektvolles Finale voll packender Rhythmik und musikantischem Schwung zu gestalten verstand, überrascht nicht allzu sehr. Auffallend ist jedoch die geradezu zyklische Bedeutung, die in diesem Finale nicht nur das immer wieder aufleuchtende Motto, sondern auch das Thema des langsamen Satzes erlangen. Bisweilen erscheinen sie sogar gleichzeitig: Das Englischhorn-Thema in den Holzbläsern, darunter das Motto aufgelöst in eine unruhige Bratschenbegleitung – die unberührte Weite des einen Themas gekoppelt mit der optimistischen Tatkraft des anderen. Vielleicht sah Dvořák in diesem Prinzip die Zukunft der „Neuen Welt“. Letztlich werden jedoch wir nie wissen, ob seine Gedanken beim Komponieren am Mississippi oder an der Moldau weilten. Wozu auch?

Provided to YouTube by ARD Klassik