Gershwin Klavierkonzert Rudolf Buchbinder Pietari Inkinen DRP

Gershwin Klavierkonzert Rudolf Buchbinder Pietari Inkinen DRP

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127 Video Views·Mar 12, 2026  #Gershwin #Buchbinder #DRP

Gershwin - Klavierkonzert | Rudolf Buchbinder | Pietari Inkinen | DRP
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3,891 views Mar 10, 2026 CONGRESSHALLE SAARBRÜCKEN #Gershwin #Buchbinder #DRP
Gershwins Klavierkonzert F-Dur, gespielt von Rudolf Buchbinder und der WDR Deutschen Radio Philharmonie unter der Leitung von Pietari Inkinen. Live aufgenommen am 15. Dezember 2024 in der Congresshalle Saarbrücken.

George Gershwin - Klavierkonzert in F-Dur

00:00:33 I. Allegro
00:12:46 II. Adagio. Andante con moto
00:24:05 III. Allegro agitato

"Rauh? Ja. Roh? Ohne Zweifel. Unmusikalisch? So wahr ich lebe." So beschrieb ausgerechnet Paul Whiteman – der „Mister Jazz“ der Big Band-Ära – sein erstes Jazzerlebnis im Jahre 1915, einen Jazz, den er „reformieren“ wollte.
Whiteman, vor kurzem noch Bratscher in klassischen Orchestern, neuerdings Bandleader und umtriebiger Manager, wusste, wie man in New York Musik vermarktet. Aber er wusste so gut wie nichts vom Jazz. Verständlich insofern, als die wenigsten davon gehört hatten. Das erste Mal, dass das Wort „Jazz“ millionenfach in aller Munde war, war 1917 auf den Labels der Schellacks, die die „Original Dixieland Jass Band“ herausbrachte. Es sollte Jahre dauern, bis Amerika sein musikalisches Erbe, den originalen improvisierten Jazz aus New Orleans oder den Harlem Blues zur Kenntnis nahm.
Paul Whiteman wollte auf seine Art den Jazz zu einer Lady machen und vermarkten und ein weltweites, klassisch geschultes Publikum erreichen. Sein „Experiment of Modern Music“ 1924 in der New Yorker Aeolian-Hall war ein Sammelsurium zeitgenössischer Schlager und Hits: Big Band, poppige Folklorew und Broadway-Schlager, von da aus war der Schritt zum sinfonischen Jazz kaum riskant. Gershwins „Rhapsody in Blue“, die im Programm den Schlusspunkt und zugleich den Jazz der Zukunft präsentierte, hatte bei dieser Uraufführung einen Riesenerfolg.
Der nächste Schritt sollte schwieriger sein. Für die Carnegie Hall, den Tempel der Klassik, gaben die New Yorker Sinfoniker und ein Dirigent, der für Wagner schwärmte, 1925 bei Gershwin ein Klavierkonzert in Auftrag. Schon die Dreisätzigkeit verrät die Reminiszenz an Vorbilder der romantischen Schule. Die hatte er als Klavierbegleiter der kanadischen Mezzosopranistin Eva Gauthier kennengelernt. Gauthier war es auch, die Gershwin mit seinem großen Vorbild Maurice Ravel bekannt machte. Sogar um Unterricht bat Gershwin damals. Warum ein zweitklassiger Ravel werden, wenn Sie bereits ein erstklassiger Gershwin sind? war die charmante Antwort. Etwas lakonischer war die Absage Strawinskys, nachdem er erfahren hatte, wie viel Gershwin am Broadway verdiente: Dann sollte vielleicht ich bei Ihnen Stunden nehmen. Auch Kurt Weill, Arnold Schönberg und Alban Berg oder in Wien Emmerich Kálmán schätzten Gershwin, widmeten ihm Zeit und signierten Partituren, als er Europa besuchte.
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Quick and pulsating, so charakterisiert Gershwin den Charleston, den er nach der Percussion-Eröffnung im Kopfthema verewigt. Statt Entwicklungen aber präsentiert das Konzert immer neue Einfälle. Einer davon ist das Thema des Soloparts, das von einem Glissando eröffnet wird, um sich dann in einen verträumten Blues zu verlieren. Auch im Folgenden greift Gershwin den Charleston als thematisches Material auf, verzichtet aber auf weiträumige Entwicklungen. Selbst die Durchführung bietet statt dramatischer Krise vor allem melodische Überraschungen: neue Themen, überraschende Tempo- und Stimmungswechsel, die der Klavierpart mal filigran umspielt, mal in wuchtigen Akkordketten kommentiert.
Den langsamen Satz beschrieb Gershwin als eine poetische nächtliche Atmosphäre, als eine Hommage an den American blues [...] in reinerer Gestalt. Dessen „lazy tune“ stellt der Solo-Trompeter vor. Mal sind es Holzbläser, mal Streicher, die in farbigen Harmonien begleiten oder in kurzen Einwürfen kommentieren. Wie im ersten Satz, so überrascht auch hier das Klavier mit neuem thematischen Material und mit einer flotten Dance-Tune, in die Streicher einstimmen – im Fiddle-Sound der Countrymusik. Nach der Steigerung des Mittelteils bringen Trompete, dann Flöte und Klavier die Blues-thematik zurück, in immer neuen Variationen, die an Vorbilder sinfonischer Variationskunst wie César Franck oder Brahms erinnern.
Das Finale ist – wiederum in Gershwins eigenen Worten – eine Orgie an Rhythmen, die heftig loslegt und ein und denselben Puls bis zum Schluss durchhält. So gut wie nichts, was in diesem hyperaktiven Satz passiert, hatte Vorbilder in den Konzerten der Vorgänger. Der harmonische Verlauf geht in alle möglichen Richtungen, um erst nach über hundert Takten die Grundtonart zu erreichen. Melodie türmt sich auf Melodie, nur hie und da gibt es zyklische Rückbezüge auf die Themen im ersten und zweiten Satz. Ein mächtiger Gongschlag unterbricht, als dramatische Pause vor der bombastischen Schlusssteigerung.
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