Sophia (Die Gefallene Weisheit)

Sophia (Die Gefallene Weisheit)

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36 Videoaufrufe·10.08.2025

Sophia (Die Gefallene Weisheit)

In der Stille vor dem Morgen,
Als das Licht noch träumte tief,
Fiel ein Flüstern aus den Himmeln,
Wie ein uraltes Motiv.
Sie war einst das erste Leuchten,
War das Denken ohne Zeit,
Doch der Abgrund rief nach Tiefe –
Und sie sank in Dunkelheit.

Oh Sophia, weinende Flamme,
Tochter aus der Ewigkeit.
Du hast die Sterne zählen wollen,
Doch verlorst die Wirklichkeit.
In den Schatten deiner Sehnsucht,
Liegt das Gold vergangner Sicht.
Oh Sophia, stumme Weise –
Du vergaßest das Gesicht.

Sie suchte Form in formlos Wogen,
Wollt’ gebären, was nicht war.
Und die Welten splitterten leise,
Als sie fiel, so wunderbar.
Ihre Krone sank in Erde,
Ihre Sprache ward zu Stein,
Doch ihr Lied lebt in den Tiefen,
Wie ein Fluch – und wie ein Sein.

Oh Sophia, weinende Flamme,
Tochter aus der Ewigkeit.
Du hast die Ordnung neu erschaffen,
Doch in Ketten das Geleit.
Zwischen Aeonen und Ruinen,
Trägst du Sehnsucht wie ein Licht.
Oh Sophia, ferne Schwester –
Warum fandest du dich nicht?

Sie wandert durch Gedanken,
Verloren im Kristall.
Ein Echo alter Welten,
Ein Ruf vor jedem Fall.
Die Menschen, sie vergessen,
Doch sie erinnert sich.
Ein Auge aus dem Innern –
Ein Herz, das ewig spricht.

In der Tiefe ruft sie leise,
Weckt das Fragen, das uns treibt.
Wenn wir lieben, wenn wir leiden –
Ist es sie, die in uns bleibt.
Wie ein Spiegel ohne Namen,
Wie ein Rätsel ohne Wort,
Ist Sophia, die Gefall’ne –
Und sie trägt uns immerfort.

Oh Sophia, weinende Flamme,
Du, das Wissen ohne Schild.
In dir lebt das große Staunen,
Das uns formt, das uns erfüllt.
Durch den Schleier, durch die Welten,
Steigt dein Licht, so sanft, so sacht.
Oh Sophia, aus der Tiefe –
Wirst du wieder uns zur Macht.

Sophia…
Gefallen…
Doch nicht vergessen.
Wir tragen dich.
Wir tragen dich.