
Interview mit Adnan Sharbaji zu seiner Fotoausstellung "Syrian Borders"
Interview mit Adnan Sharbaji zu seiner Fotoausstellung "Syrian Borders"
Aufgezeichnet am 25. März 2017 anlässlich des Künstlergesprächs & Führung mit Adnan Sharbaji während unserer Doppelausstellung Adnan Sharbaji, „Syrian borders“ (23.02. - 31.03.), und Anja Niedringhaus, „At War“ (05.01. – 31.03.) .
Zur Ausstellung
In seiner Werkserie „Syrian borders“ nähert sich Adnan Sharbaji mit großem Einfühlungsvermögen den Menschen an, die die Auswirkungen des Krieges in Syrien erleben und erleiden müssen. Aufgenommen an der Grenze zwischen Syrien und der Türkei, zeigt der Fotograf in seinen Schwarz-Weiß-Fotografien das Leid der Zivilbevölkerung, indem er die vielfältigen Gefühle in den Gesichtern der Porträtierten aufspürt. Neben Angst, Verzweiflung und großer Ernsthaftigkeit gelang ihm auch die unbefangene Zuversicht eines Kinderlächelns festzuhalten. Dass diese Zuversicht gerade aus den Augen eines kleinen Jungen erstrahlt, dessen Physiognomie von einem Narbennetz überzogen ist, macht die Wirkkraft der Aufnahme noch intensiver. Dergestalt sind die Betrachter aufgefordert, sich auf das porträtierte Gegenüber einzulassen, den Geschichten, die jedes einzelne Gesicht erzählt, ruhig und verständnisvoll zu lauschen.
„Im Grenzgebiet zu Syrien gibt es viele Menschen, […] die in ihrer Heimat alles verloren haben. Sie versuchen, ein neues Leben zu beginnen. Ich habe mich ganz bewusst entschieden, eine Reportage über diese Menschen zu machen, zu zeigen, wie schwierig es ist, alles zu verlieren und ganz neu zu beginnen“, sagt Adnan Sharbaji und erläutert seine Motivation für die Fotoserie „Syrian borders“ wie folgt: „Mit meinen Aufnahmen möchte ich die Wahrheit näher bringen... Aufklärung schaffen... Verstehen fördern. Es sind nicht nur technische Aufnahmen oder ist nicht nur einfach das Drücken des Auslösers. Hinter jeder meiner Aufnahmen verstecken sich Geschichten und Gefühle.“
Die Ausstellung konnte in unserem Haus in Kooperation mit ZORES.SAARLAND Kommunikation durch Kunst gezeigt werden.
Adnan Sharbaji
Sharbaji wurde in Aleppo (Syrien) 1985 geboren und studierte an der dortigen Uni Elektrotechnik. Bereits in Syrien war er als Fotograf tätig. Nach seinem Studienabschluss zog es ihn nach Udine (Norditalien), wo er sein Fremdsprachenstudium aufnahm, um seinem Traum näher zu kommen, als internationaler Fotograf Fuß zu fassen. Doch die Situation in seiner Heimat Syrien zwang ihn zur Rückkehr. Es folgten ehrenamtliche Tätigkeiten in verschiedenen Hilfsorganisationen, in deren Zeitraum die ausgestellte Serie entstand.
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