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Begegnungen: Im Opernhaus der Wilhelmine – Bayreuth

Das Markgräfliches Opernhaus wollten wir schon lange einmal besichtigen.

Vor einigen Jahren hatten wir sogar Karten für ein Konzert dort. Es war eine Jubiläumsveranstaltung mit Werken von Beethoven, auf die wir uns sehr gefreut hatten. Doch dann kam Corona, die Aufführung wurde abgesagt und der Besuch rückte erst einmal in die Ferne.

Nun haben wir das lange Wochenende rund um den Feiertag genutzt und uns einen schönen Tag in Bayreuth gemacht. Und diesmal hat es endlich geklappt.

Von außen wirkt das Opernhaus beinahe überraschend zurückhaltend. Gerade wenn man öfter daran vorbeiläuft, ahnt man kaum, was sich hinter diesen Mauern verbirgt. Doch dieser Eindruck verschwindet in dem Moment, in dem sich während der Führung die Türen zum Zuschauerraum öffnen.

Goldene Verzierungen. Die Ränge. Die Bühne. Das Licht. Alles zieht den Blick sofort in den Raum hinein.

Und plötzlich steht man nicht mehr einfach in einem Opernhaus.

Man fühlt sich in eine andere Zeit versetzt.

Als die Museumsführerin über die Entstehung des Hauses und die damaligen Verhältnisse sprach, entstand vor meinem inneren Auge immer mehr dieses frühere Bayreuth. Menschen in festlicher Kleidung. Musik. Gespräche. Kutschen vor dem Opernhaus. Für einen Moment wirkte das alles erstaunlich nah.

Je länger ich in diesem Zuschauerraum stand, desto mehr rückten die reinen Fakten fast in den Hintergrund. Immer wieder wanderte der Blick zu den Verzierungen, den Figuren, den bemalten Logen und den unzähligen Details. Man entdeckt ständig etwas Neues und kann sich kaum sattsehen.

Und genau das hat mich beeindruckt.

Diese Schönheit. Diese Liebe zum Detail. Und vielleicht auch die Vorstellung, dass man sich früher noch viel mehr Zeit nahm, solche Räume überhaupt zu erschaffen.

Heute läuft vieles schneller. Lauter. Oft auch oberflächlicher.

Umso schöner finde ich solche Momente, in denen man für kurze Zeit aus dem Alltag heraustritt. Momente, in denen man nicht auf Nachrichten, Termine oder Bildschirme schaut, sondern einfach nur einen Raum auf sich wirken lässt.

Mich inspirieren solche Orte.

Sie geben mir Ruhe, lassen Gedanken langsamer werden und geben mir auf ihre Weise auch Kraft zurück.

Das Opernhaus war an diesem Tag insgesamt sehr gut besucht. Und als sich die Türen zum Zuschauerraum öffneten, hörte man aus vielen Mündern ein erstauntes „Wow“ und begeisterte Ausrufe.

Das fand ich schön.

Denn trotz aller Hektik scheint die Sehnsucht nach Schönheit, Kunst und Geschichte noch immer da zu sein.